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Der ultimative Guide zur Reisefotografie – 22 simple Tipps für Anfänger & Fortgeschrittene Fotografen

Hast du dich auch schon einmal gefragt, warum manche Fotografen mit unglaublich schönen Bildern von ihren Reisen nach Hause kommen?

Und andere nicht?

In diesem ultimativen Guide für die Reisefotografie zeige ich dir 22 praktikable Tipps und Tricks (in 4 Grundsätze unterteilt), die deine Urlaubsbilder auf das nächste Level bringen. Die hier aufgelisteten Vorschläge sind auch für Fotografie-Anfänger geeignet und du kannst sie noch heute umsetzen um bessere Bilder zu schießen!

Alle Beispielfotos in diesem Beitrag sind auf meiner 3-monatigen Reise durch Südafrika (von Juli bis September 2017) mit meiner Systemkamera entstanden.Reisefotografie Titelbild



Infografik: 4 simple Grundsätze für die Reisefotografie

Infografik - Die 4 wichtigsten Tipps für die Reisefotografie


Die 4 simplen Grundsätze für die Reisefotografie auf einen Blick

Für eine bessere Verständlichkeit, habe ich die 22 Tipps in die folgenden 4 Grundsätze unterteilt:

Überschrift Reisefotografie Grundsatz 1

Fotografiere die besten Locations & Fotografiere im optimalen Licht

 

Informiere dich schon vor der Reise

Nichts ist für die Reisefotografie wichtiger, als vor der Ankunft eine grobe Ahnung zu haben wo man überhaupt hinreist und was man dort fotografieren könnte.

Aber wie machst du das am besten?

Dich mit einem klassischen Reiseführer auseinanderzusetzen ist eine gute erste Möglichkeit, um dein Reiseziel näher zu lernen.

Außerdem kannst du im Internet auf zahlreiche Ressourcen zugreifen. So gibt es unzählige Reiseblogs (viele davon auch auf Deutsch), die über deine Reiseregion berichten.

Um Ressourcen zu deinem Reiseort zu finden, suchst du einfach auf Google:

  • „[Reiseort] + Reisetipps“
  • „[Reiseort] + Ratgeber“
  • „[Reiseort] + Backpacking“
  • „[Reiseort] + Urlaub Tipps“
  • oder „[Reiseort] +  Blog“

Bist du zu faul zum lesen (abgesehen von diesem Beitrag 😉 )?

Dann gibt es zu deinem Reiseziel sicherlich viele YouTube-Videos, in denen du wertvolle und interessante Informationen findest.

Offene und hilfsbereite Leute kannst du außerdem in Facebook-Gruppen (oder in anderen sozialen Netzwerken) kennen lernen. Optimalerweise trittst du nicht nur einer Gruppe mit Reisenden bei. Sondern du suchst nach welchen, in denen sich hauptsächlich Einheimische austauschen.

 

Nur durch Einheimische erfährst du die besten Geheimtipps für dein Reiseparadies!

 

Ein springender Buckelwal an der Ostküste Südafrikas

Nach diesem Ausflug haben wir schon lange vor der Reise recherchiert: Eine Whale Watching Tour.


Lerne Einheimische vor Ort kennen 

Wenn du (so wie ich) eher der spontane Typ bist und dich vor deiner Reise nicht viel mit deinem Reiseziel auseinandersetzen willst , sind Hopfen und Malz aber noch nicht verloren 😉

Wie findest du also die besten Locations direkt vor Ort, wenn du nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten erkunden willst?

In günstigen Reiseländern ist es oftmals gar nicht so teuer, einen eigenen Tour-Guide anzuheuern. Sie haben in der Regel sehr viel Erfahrung in der Region und gehen gerne auf deine persönlichen Wünsche ein.

So kannst du zum Beispiel vermeiden, auf einer Reise nach Paris nur den Eiffelturm und den Louvre zu sehen. Oder deine Reise nach Phuket nur an überfüllten Stränden zu verbringen.

Aber es geht auch ohne Geld auszugeben!

 

Lerne Einheimische vor Ort kennen, die wissen wo die besten Locations sind!

 

Die eindrücklichsten Erlebnisse auf Reisen hatte ich bisher, wenn ich mit „normalen“ einheimischen Menschen (einen Guides) in Kontakt getreten bin. Und das ist gar nicht so schwer:

Oftmals reicht ein kurzer Satz aus und schon kommt man ins Gespräch. So kannst du von Einheimischen nicht nur viele Geheimtipps erfahren, sondern lernst (meistens) auch unglaublich nette Leute kennen, mit denen du viel Spaß haben kannst.

Meto (ein Einheimischer) und ich in Maputo, Mozambique

Meto (ein Einheimischer) und ich bei einer Fahrt durch Maputo, Mozambique

Aber bitte nutze die Gutgläubigkeit dieser Locals nicht aus!

Je nach Land verdienen sie nur sehr wenig Geld und eine kleine Geste von dir kann ihnen schon sehr viel helfen.

Zum Beispiel haben wir dem unfassbar netten Tauchlehrer Martin gemeinsam ein Trinkgeld von 30€ geschenkt. Das entspricht fast einem kompletten Monatslohn für ihn!

Tauchlehrer aus Ponta d'Ouro

Martin: Unser Tauchlehrer aus Ponta d’Ouro (Mozambique)


Gehe auf eigene Faust auf Entdeckungsreise

Aber woher erfährst du die besten Locations, wenn du dich nicht vor der Reise informierst und wenn du nicht auf die Hilfe von Einheimischen angewiesen sein willst?

Du musst dir Zeit nehmen und deine Umgebung auf eigene Faust erkunden!

Ich weiß … Wenn man in einer großen Gruppe verreist, ist das für dich als Fotograf eine große Herausforderung. Jedoch ist es der einzige Weg, wie du eine unvertraute Umgebung zu einer vertrauten machen kannst.

 

Morgenstund hat Gold im Mund!

 

Die einfachste Möglichkeit, um als Fotograf Zeit für sich (und seine Kamera) zu haben, ist der frühe Morgen.

Auch wenn es dir schwer fällt dich früh morgens aus dem Bett zu quälen, hast du beim Sonnenaufgang meist das optimale Licht, du wirst keine Leute auf den Straßen finden und du musst dich nicht von deiner Gruppe hetzen lassen.

Willst du dir lieber tagsüber Zeit für das fotografieren nehmen? Dann sage doch einfach deiner Gruppe, dass du mal 30 Minuten nicht mit dabei bist. Sie werden es sicher verstehen und sich nach der Reise über deine einzigartigen Bilder freuen 🙂

Meine absolute Favorit ist aber, wenn man sich mit anderen Fotografie-Begeisterten zusammenschließt (oder wenn man seine Mitreisenden für die Fotografie begeistert) und dann zusammen auf Entdeckungstour geht. So hast du nicht nur genug Zeit um atemberaubende Bilder zu schießen, sondern auch viel Spaß mit anderen Leuten.

Zu guter letzt ist die Nacht außerdem eine super Möglichkeit, um sich der Fotografie zu widmen und wunderschöne Astro-Aufnahmen zu machen.

Dieses Foto habe ich beispielsweise um 22:36 geschossen, als alle meine Mitreisenden bereits im Bett lagen. (Der Tag war wirklich sehr anstrengend)

Milchstraße in Südafrika

Fotografieren, wenn alle anderen bereits schlafen: Die Milchstraße neben unserer Lodge in St. Lucia, Südafrika


Fotografiere im optimalen Licht

Als Fotograf darfst du nie vergessen, dass das Licht die wichtigste Komponente deiner Fotos ist. Ohne Licht, könntest du nichts auf deinen Bildern erkennen 😉

 

Fotografie bedeutet auf altgriechisch:

„Zeichnen mit dem Licht“

 

Die besten Lichtverhältnisse bekommst du vor und nach dem Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Zu diesem Zeitpunkt ist das Licht sehr weich und hat eine wunderschöne Farbe. Die Zeit vor und nach dem Sonnenuntergang/-aufgang wird auch als blaue Stunde oder goldene Stunde bezeichnet.

Durch das Fotografieren in der blauen oder goldenen Stunde vermeidest du außerdem sogenannte Schlagschatten, die nicht nur Landschaftsaufnahmen langweilig aussehen lassen, sondern auch ungünstig für Portrait-Aufnahmen sind.

Sonnenuntergang St. Lucia

Ein atemberaubender Sonnenuntergang im Wetland Nationalpark, Südafrika

 

Wie nutzt man die blaue Stunde am besten?

Hier ein witziges und sehr hilfreiches Video von Benjamin Jaworskyj:

 

Überschrift Reisefotografie Grundsatz 2

Schieße nur einzigartige Fotos

 

Mache einfach mal etwas anderes

Einzigartige Fotos entstehen nur dann, wenn man einfach mal das Gegenteil macht wie jeder andere.

Verlasse deine Komfortzone und probiere einfach mal etwas neues aus!

Du kannst dich zum Beispiel zum Fotografieren auf den Boden legen oder auf einen Stuhl steigen um eine ganz neue Perspektive zu erhalten. Oder du frägst einfach eine wildfremde Person, ob sie für ein spontanes Foto für dich modeln will 😉


Fotografiere aus unterschiedlichen Perspektiven

Wenn dir das zu ausgefallen ist, kannst du auch einfach mal die Perspektive wechseln. Die einzigartigsten Fotos von einem schönen Motiv entstehen nie vom erstbesten Standpunkt!

 

Meine Faustregel:

Ein schönes Motiv von mindestens 3 unterschiedlichen Perspektiven fotografieren!

 

Mit einer interessanten Bildkomposition kannst du außerdem die komplette Wirkung deines Fotos verändern. Viele Fotografie-Experten empfehlen dafür Gebrauch von der Drittel-Regel zu machen. (Auch Goldener Schnitt genannt.)

Zur Unterstützung können die meisten Kameras und auch Smartphones ein 3×3 Raster einblenden, das beim Fotografieren bei der Komposition sehr hilfreich sein kann.

Beispiel Drittel Raster Smartphone

Screenshot von meinem Smartphone: So sieht das 3×3 Raster in meiner Kamera-App aus

 

Aber wie nutzt du das Gitternetz in deiner Kamera richtig?

Hier eine unterhaltsame und simple Erklärung von Benjamin Jaworskyj:

 


„Die beste Kamera ist gerade die, die man dabei hat.“

Eliott Erwitt fotografierte die längste Zeit seiner Karriere nicht mit einem Smartphones. Trotzdem hatte er schon damals gewusst, wie wichtig es ist, spontane Fotos zu schießen. Heutzutage sind gute Kameras sogar so kompakt geworden, dass sie problemlos in die Hosentasche passen und wir sie überall mit hinnehmen können.

 

Spontane Reise-Bilder werden oft die einzigartigsten!

 

Gerade bei guten Lichtverhältnissen kannst du mit einem modernen Smartphone sehr hochqualitative Fotos schießen. Da du dein Handy wahrscheinlich immer dabei hast, ist es außerdem die beste Möglichkeit um spontane Bilder aufzunehmen.

Anschließend kannst du die Fotos direkt am Smartphone mit einem simplen Bearbeitungsprogramm noch verschönern. Mein Favorit dafür ist Snapseed, das sowohl für iPhones, als auch für Android kostenlos ist.

Im Vergleich zu einem Smartphone hat eine Spiegelreflexkamera in der Regel eine deutlich bessere Bildqualität. Trotzdem kann es durchaus sinnvoll für dich sein, wenn du dein Smartphone einer großen Kamera vorziehst.

Dein Handy ist zum einen deutlich kompakter als eine große Kamera. Außerdem kann es einige Orte auf deiner Reise geben an denen Kameras verboten sind (z.B. Die Sixtinische Kapelle im Vatikan, verschiedene Festivals oder manche Tempel).

Schnappschüsse mit deinem Smartphone kannst du außerdem sofort und ohne Umstände auf sozialen Netzwerken posten oder per WhatsApp verschicken. Moderne Kameras mit Bluetooth oder Wlan können das zwar auch, jedoch ist das in der Regel deutlich aufwändiger und klappt nicht immer reibungslos.

Meiner Meinung nach bewerten viel zu viele Amateur-Fotografen teures Equipment über! Denke bei deinem nächsten Kauf bitte lieber darüber nach, ob die neue Kamera/das neue Objektiv/… denn wirklich brauchst. Vielleicht ist es doch sinnvoller die 500€ lieber für die nächste Reise aufzusparen?

Smartphone Reisefoto

Aufgenommen mit dem Handy: Für spontane Schnappschüsse auf einer Reise ist das Smartphone perfekt

Einen sehr großen Vorteil haben Spiegelreflex- oder Systemkameras, da bei diesen die Objektive gewechselt werden können und so jedes Modell an deine Bedürfnisse und Motive genau angepasst werden kann.

Hier findest du zum Beispiel eine ausführliche Übersicht über die 54 besten E-Mount Objektive für APS-C Kameras.


Schieße Fotos, die Geschichten erzählen

Die meisten Reisenden bringen Fotos mit nach Hause, die lediglich beweisen, dass sie an ihrem Reiseort waren. Sie dienen lediglich als Beweis.

Aber die Reisefotografie sollte nicht (nur) beweisen, dass du an einem bestimmten Ort warst: Reise-Bilder sollten eine Geschichte erzählen und das Potential haben den Betrachter zum Nachdenken, Lachen oder sogar Weinen bringen.

 

Reise-Fotos sollten keine Beweisfotos sein!

 

Zum Beispiel habe wir in den Bergen von Lesotho (einem kleinen Königreich in Südafrika) auf über 3.000 Metern Höhe ein sehr ursprüngliches Dorf besichtigt. Die Kinder dort wachsen in einer der ärmsten Gegenden von Afrika ohne Strom und fließendes Wasser auf. Und trotzdem gehören sie zu den glücklichsten Kinder, die mir in meinem Leben je begegnet sind.

Dieses Bild verkörpert diese Geschichte meiner Meinung nach nahezu perfekt.

Kinder aus Lesotho

Kinder aus Lesotho: Eine eigene Geschichte für sich


Arbeite mit führenden Linien

Kommen wir zu einigen Fotografie-Hacks, mit denen du deine Fotos noch einzigartiger darstellen kannst.

Mit führenden Linien kannst du deine Bilder deutlich spannender gestalten. So kannst du zum Beispiel eine Straße, einen Fluss oder einen Zaun als Element benutzen, um den Betrachter durch das Bild zu führen und

 

In diesem Video erklärt Stephan Wiesner, wie du durch den richtigen Einsatz von führenden Linien deine Fotos deutlich spannender gestaltest:

 


Benutze einen Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund

Schon in der Grundschule haben wir gelernt, dass jede gute Geschichte aus Einleitung, Hauptteil und Schluss besteht.

Genauso wichtig ist es in der (Reise-)Fotografie, dass deine Bilder einen Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund  besitzen. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und manche Profis verzichten mit Absicht auf darauf. Aber generell sehen deine Bilder deutlich interessanter aus, wenn sie aus mehreren Bild-Ebenen bestehen.


Bist du nahe Genug an deinem Motiv?

Ein weiterer Fotografie-Hack ist das nahe Herangehen an ein Motiv. Manchmal kann weniger mehr sein! Sieht ein Bild zu langweilig aus, versuche also das nächste mal einfach mal ein Close-Up zu machen.

 

Wie Robert Capa einmal sagte: 

„Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du wahrscheinlich nicht nahe genug dran.”

 

Gepard Close-Up

Als Close-Up gleich viel spannender: Ein Gepard wird von seinem Wärter gestreichelt


Kein schiefer Horizont!

In der heutigen Zeit hast du keine Ausreden mehr für ein schiefes Foto. In vielen Fällen kann das die gesamte Bildwirkung zerstören.

Selbst wenn das Foto während der Aufnahme schief wurde, ist das aber kein Problem: Du kannst es einfach in der Nachbearbeitung gerade ausrichten. Dafür brauchst du kein Photoshop, sondern kannst einfach simple Programme, wie die Windows Foto App oder Google Photos, benutzen.

Zebra Bild schiefer Horizont

Ein schiefer Horizont kann die gesamte Bildwirkung zerstören

Zebra Foto gerader Horizont

Ein gerader Horizont wirkt in der Regel deutlich harmonischer

Überschrift Reisefotografie Grundsatz 3

Bringe Abwechslung in deine Foto-Sammlung

 

Nutze Foto-Opportunities auf deiner Reise

Egal, wie schön deine Fotos auch sein mögen, niemand will immer die gleichen langweiligen Arten von Bildern sehen!

Aber wie bringst du mehr Abwechslung in deine Foto-Sammlung?

Auf einer Reise bist gibt es unzählige Foto-Opportunities, wodurch du viele verschiedenen Arten von Bildern aufnehmen kannst. Hier ein paar Beispiele:

Mit unterschiedlichen Foto-Opportunities Abwechslung in deine Bilder bringen:

  • Landschaftsaufnahmen
  • Tieraufnahmen
  • Makroaufnahmen
  • Panoramaaufnahmen
  • Architekturaufnahmen
  • Portraits
  • Bilder mit interessantem Licht (z.B. Sonnenuntergang oder bei Nacht)
  • Selfies
  • Gruppenaufnahmen
  • Gestellte Portraits
  • Ungestellte Portraits
  • Fotos von Verwandten & Freunden
  • Bilder von Fremden

Wie viele dieser Foto-Opportunities benutzt du auf deinen Reisen?

 

Meine Faustregel:

Auf jeder Reisen jede dieser Foto-Opportunities mindestens einmal umsetzen!

 

Außerdem ist es auch möglich mehrere Foto-Opportunities miteinander zu verknüpfen.

Zum Beispiel könntest du ein Selfie mit Fremden in einer interessanten Lichtstimmung mit einer atemberaubenden Landschaft im Hintergrund machen (das wäre schon eine ordentliche Herausforderung, oder 😉 ?)

Gestelltes Gruppenfoto am Strand

Foto-Opportunities miteinander kombinieren: Eine gestellte Gruppenaufnahme am Strand in einer interessanten Lichtstimmung


Versuche es mal mit der Street Photography 

Die Street Photography ist eine super einfache Möglichkeit, um aus langweilgen Motiven die einzigartigsten Bilder zu kreieren.

 

Wenn du zu schüchtern für die Street Photography bist, ist die Street Photography Trap eine super Möglichkeit für den Einstieg!

 

Was ist die Street Photography Trap?

Bei der Street Photography Trap suchst du dir einen spannenden Ort in der Stadt aus und wartest auf einen interessanten Moment. (Du kannst dich zum Beispiel in ein Cafe setzen.)

Bei der Street Photography im Allgemeinen ist es besonders wichtig, dass du dir genug Zeit nimmst! Die besten Bilder entstehen oft erst nachdem man mehrere Minuten geduldig gewartet hat.

Aber bitte sei respektvoll bei der Street Photography!

Dir sollte immer bewusst sein, dass du ein Foto von Fremden rein rechtlich gesehen nur veröffentlichen darfst, wenn du auch deren Zustimmung dafür hast. Mehr Informationen dafür findest du zum Beispiel bei Recht am Bild.

Für das Foto der hübschen jungen Dame habe ich natürlich (nachträglich) eine Zustimmung eingeholt 😉

Street Photography Beispielfoto

Die Street Photography: Spontane Fotos von anderen Menschen sind oft besonders einzigartig

 

Wie geht Street Photography eigentlich richtig?

Mein Lieblings-Fotografie-YouTuber zeigt das in diesem kurzen und unterhaltsamen Video (auf englisch):

 

Überschrift Reisefotografie Grundsatz 4

Bereite deine Bilder nach der Reise auf

 

Highlighte nur Bilder mit einem WOW-Effekt

Ich wette du hattest bisher das folgende Problem, wenn du von einer Reisen nach Hause kamst:

Nach einem wunderschönen und erlebnisreichen Urlaub kommst du mit viel zu vielen Bildern nach Hause. Deshalb bist du entweder total überfordert mit dem Aussortieren oder du hast tausende von Bildern.

Von meiner 3-monatigen Reise durch Südafrika kam ich zum Beispiel mit mehr als 250 Gigabyte Bilder nach Hause!

Eine große Auswahl zu haben ist an sich nichts schlechtes!

Aber Freunde und Verwandte verbringen nur ungern mehrere Stunden vor der Diashow, während du ihnen tausende von Fotos vorführst. Und auch du wirst dich in ein paar Jahren freuen, wenn du dich nicht durch tausende von Bildern klicken musst, bevor du deine persönlichen Highlights findest.

Aber wie sortierst du deine Fotos am einfachsten aus?

 

Meine Faustregel:

Maximal 100 Highlights von einer Reise zusammenstellen!

 

Nur 100 Bilder?!?

Ich weiß das klingt hart, aber es ist einfacher als du denkst!

Um diese Faustregel zu verfolgen habe ich eine Strategie entwickelt, bei der du kein einziges Foto löschen musst.

Dafür markierst du die besten Fotos, anstatt die schlechtesten zu löschen. Du markierst nur Fotos, die einen WOW-Effekt bei dir auslösen. Fotos, die dich zum Lachen, Nachdenken oder sogar Weinen bringen könnten.

Oft bekommt man es nicht übers Herz Urlaubsbilder zu löschen. Bei der Strategie mit den WOW-Effekt kopierst du die besten Bilder in Favoriten-Ordner. Dadurch hast du den Vorteil, dass du alle deine alten Fotos im ursprünglichen Ordner behälst. Und in Zeiten von riesigen externen Festplatten, brauchst du dir eigentlich keine Gedanken über den Speicherplatz machen.

Noch einfacher geht das Aussortieren mit Programmen wie Adobe Lightroom oder Photoshop Elements. Beispielsweise markiere ich in Adobe Lightroom die besten Fotos einer Reise immer mit einem Stern. Dadurch gehen keine Bilder verloren, aber ich behalte trotzdem den Überblick über die besten Fotos.

Lightroom Screenshot

Meine Favoriten: 51 von 1298 Fotos (und das sind nur die Fotos von einem Wochenend-Trip)


Lade deine Bilder in die Cloud hoch (schon während der Reise)

Zusätzlich kannst du einen Online Speicherlösung, wie Dropbox, Google Drive oder OneDrive benutzen. Auf Google Photos hast du sogar kostenlos unendlichen Speicherplatz für alle deine Bilder! Außerdem hast du dadurch den Vorteil, dass du damit deine Freunde und Verwandte immer auf dem laufenden halten kannst.

 

Das sichern deiner Fotos in der Cloud (z.B. bei Google Photos) hat zahlreiche Vorteile!

…Wenn es das Internet auf deiner Reise zulässt.

 

Bei Google Photos kannst du außerdem öffentliche Alben erstellen. Mit diesen kannst du auf einer Gruppenreise eine Online-Foto-Sammlung erstellen, in die jeder seine besten Fotos hochladen kann. Dazu braucht er lediglich einen Link zum Album.

Ich bin ein absoluter Fan von öffentlichen Google Photos Alben für die Reisefotografie! Meiner Meinung nach ist es die einfachste Möglichkeit um die besten Bilder untereinander auszutauschen.

 

Google Photos Screenshot

Alle Fotos in der Cloud: Hier ein paar meiner Alben bei Google Photos


Dokumentiere Informationen zu deinen Fotos

Du kommst von einer erlebnisreichen Reise zurück, hast unendlich viele Erfahrungen gesammelt und diese versucht in Bildern festzuhalten.

Aber was dann?

Egal ob als Fotobuch oder als Präsentation, deine Freunde und Familie wollen sicherlich nicht nur schöne Fotos sehen, sondern auch welche Story sich hinter den Bildern versteckt. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass man Informationen zu seiner Reise sehr schnell vergisst.

Deshalb kann es sehr hilfreich wichtige Details zu deinen Fotos oder deiner Reise in ein Notizbuch oder einem Reisetagebuch mitzuschreiben. Oder aber du hälst deine Informationen digital in einer Notiz-App in einer Tagebuch App

Wenn dir das zu lange dauert, kannst du auch mit Hilfe von kurzen Sprachnotizen deine Storys festhalten, damit du sie zu Hause wieder erzählen kannst.

Noch mehr Zeit sparst du, wenn du einfach Fotos von Informationen machst. Zum Beispiel fotografiere ich oft Informationstafeln, Straßenschilder oder Landkarten ab um interessante Informationen so schnell wie möglich wieder zu finden.

Sani Pass Schild

Auf wie viel Metern war der Sani Pass nochmal? Informationen ganz einfach mit Bildern dokumentieren


Drucke deine Bilder aus

Wie behälst du Erinnerungen von Reisen am besten im Kopf?

Indem du sie ausdruckst, damit du sie täglich bewundern kannst. Egal wie praktikabel die neuen Technologien auch sein mögen. Es ist nochmals ein anderes Gefühl, wenn du deine Bilder ausgedruckt in den Händen halten kannst und sie nicht nur auf dem Display ansiehst.

Ideen, wie du deine Bilder analog verewigen kannst:

Mein Favorit um solche Bilder zu bestellen ist Cewe, aber dafür gibt es noch viele andere Anbieter. Ein nützliches Tool zum Ausdrucken von Bildern ist die Photo Tools App für Android. Damit kannst du zum Beispiel berechnen welche Auflösung dein Bild haben muss, wenn du es in einer bestimmten Größe ausdrucken willst.


Sichere deine Bilder wie die Profis

Was passiert, wenn deine Kamera auf einmal verloren geht?

Oder wenn sie sogar geklaut wird?

Oder wenn deine Speicherkarte plötzlich nicht mehr funktioniert?

Auf einer Reise sollte man immer mit dem schlimmsten Rechnen. Eine Kamera oder Speicherkarte kann man wieder neu kaufen (auch wenn es schmerzlich ist). Aber wenn du deine Bilder vorher nicht gesichert hast, ist alles Geld der Welt nichts wert.

 

Sichere deine Bilder so oft wie möglich auf einem Laptop oder einer externen Festplatte!

 

Am einfachsten geht das, wenn du einen Laptop und eine externe Festplatte mit auf deiner Reise dabei hast. So kannst du die Bilder nach der Reise von der SD-Karte löschen und hast sie trotzdem zweifach gesichert.

Eine sehr professionelle Lösung ist außerdem die Nutzung einer externen Festplatte mit Kartenlesegerät. Dadurch kannst du die Fotos auch ohne Laptop direkt von der SD-Speicherkarte sichern.

Überschrift Reisefotografie Grundsatz Bonus

Falle in armen Ländern nicht auf

 

 

Klebe deine Kamera ab

Gerade wenn du in ärmeren Ländern unterwegs bist, solltest du auf der Hut sein. Wir „reichen“ Deutschen sind immer ein gefundenes Ziel für Kriminelle.

Zum Beispiel wurden alleine während meines 3 monatigen Aufenthaltes in Südafrika 5 Leute unserer Gruppe bestohlen.

 

Aber was kannst du tun, um in ärmeren Ländern nicht beklaut zu werden?

 

Generell sollte man nicht erkennen, dass du Geld hast oder eine teure Kamera mit dir herum trägst.

Die Kamera mit Paketband abzukleben, ist eine sehr einfache und effektive Möglichkeit um seinen Fotoapparat etwas schäbiger aussehen zu lassen. Außerdem habe ich bei meiner Kamera alle Logos abgeklebt. So kann ein Dieb nicht feststellen, welches Modell ich habe und wie viel mein gutes Stück wert sein könnte.

Abgeklebte Kamera

Ist die schöne Kamera kaputt? Meine Alpha 6000 mit Paketband abgeklebt


Kleide dich wie die Einheimischen

Respektiere religiöse und kulturelle Sitten! Zum Beispiel sollten in Ländern wie Thailand oder Südostasien immer deine Schultern und Knie bedeckt sein. Aber egal wie sehr du dich an das Land anpasst, Einheimische werden trotzdem noch erkennen, dass du aus einem anderen Land kommst.

Außerdem solltest du auch durch deine Kleidung und dein komplettes Aussehen so wenig wie möglich auffallen.

Also lieber etwas mehr Understatement und den Jack Wolfskin Pullover in Deutschland lassen 😉


Verstaue deine Kamera (nicht in einer Kameratasche)

Die meiste Zeit auf deiner Reise wirst du die Kamera aber nicht offen mit dir herumtragen.

Aber wo verstaust du die Kamera am besten?

Auch wenn deine Kamera in einem hochwertigen Fotorucksack oder einer schicken Fototasche sehr gut aufgehoben sein mag, würde ich den meisten Reisenden nicht empfehlen damit herumzulaufen. Anstatt dessen könntest du deine Kamera einfach in einen normalen Rucksack oder in eine Plastiktüte packen. Auch wenn das nicht ganz so praktikabel sein mag, fällt Kriminellen so nicht gleich auf, dass du eine teure Kamera bei dir trägst.

Um deine Kamera in einem Rucksack oder einer Plastiktüte zu schützen, kannst du Gebrauch von einem Kameraeinsatz oder einem Einschlagtuch machen, die es zum Beispiel auf amazon.de schon ab ca. 15€ zu kaufen gibt.

 

Meine Faustregel: Desto weniger ich auffalle, umso besser.

 

Systemkamera in Plastiktüte

Gleich viel unauffälliger: Die Kamera einfach in der Plastiktasche verstauen


Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Guide ein wenig weiterhelfen konnte und du ein paar der Tipps für deine Reisefotografie benutzen kannst.

Habe ich einen wichtigen Tipp vergessen aufzulisten?

Oder hast du eine Frage?

Dann freue ich mich auf deine Anmerkung in den Kommentaren 🙂 Bis bald!


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